FDP Wesel

- Freiheit Innovation Zukunft

Betuwe

Betuwe

Lärm macht krank!

Lärm macht krank! Diese Erkenntnis auf dem Internationalen Bahnlärm Kongress am 13. und 14. November 2010 in Boppard am Rhein war für die zahlreichen Teilnehmer nicht neu. Allerdings fehlt es bisher an wissenschaftlichen Studien zum Bahnlärm. Prof. Dr. med. Eberhard Greiser (Uni Bremen) konnte in einer Untersuchung über Fluglärm am Köln-Bonner Flughafen den Zusammenhang zwischen Lärm und gesundheitsschädlichen Auswirkungen für die Menschen nachweisen. Auch die Vertreterin für die ‚Ärzteinitiative für ungestörten Schlaf e.V.‘ Dr. med. Gerda Noppeney erläuterte anhand von anonymisierten Patientenakten die schädlichen Lärmauswirkungen. „Das Ohr hört immer mit!“ Die Auswirkungen zeigen sich u.a. in Herz-, Kreislaufbeschwerden. Aber auch andere Kausalitäten sind nachgewiesen. Der Auffassung von Dr. rer.nat. Dirk Windelberg (Uni Hannover), dass die Ergebnisse vorliegender Fluglärmstudien analog für Bahnlärm genutzt werden könne, widersprachen die Juristen. Daher war eine wesentliche Forderung, dass das Umweltbundesamt eine Studie zum Bahnlärm in Auftrag geben muss. Hier ist Politik gefordert, dies parteiübergreifend in Berlin auch auf den Weg zu bringen.

Letztlich ist auch die betriebswirtschaftliche Rechnung vom Bundesverkehrsministerium zur Bewertung der Streckenausbauten – wie gerade veröffentlicht - in Frage zu stellen. Natürlich ist Lärmschutz immer Kosten treibend. Allerdings müssten bei volkswirtschaftlicher Betrachtung z.B. auch die Kosten der gesundheitlichen Beeinträchtigungen und die dadurch bedingten Arbeitsausfälle Einzelner für die Unternehmen berücksichtigt werden.

Die Umrüstung des Waggonparks mit leiseren Radsätzen – in der Schweiz bereits erfolgt – ist in Deutschland zu 9 % erfolgt. Selbst Frankreich ist mit 11 % schon weiter. Bei der jetzigen Vorgehensweise sei man selbst in 2050 noch nicht viel weiter als heute. Die technischen Möglichkeiten zur nachhaltigen Reduzierung des Lärms sind vorhanden. Abschaffung des Schienenbonus (3 dB), lärmabhängige Trassenpreise, ein nationales Aktionsprogramm sind weitere Forderungen. Auch regionale Musterklagen gegen die Bahn sollten geführt werden. Letztlich müssten aber die rechtlichen Rahmenbedingungen geändert werden, um nachhaltige Veränderungen zu bewirken.

Gefordert sind dabei die Abgeordneten in den Ländern und in Berlin. Die Gemeinden und die politischen Kommunalvertreter am Niederrhein haben demnach bisher durch ihr einheitliches Vorgehen gute Arbeit geleistet. Der Druck auf die Politik in Berlin muss erhöht werden. Das Spiel ‚Schwarzer Peter‘ der Parteienvertreter wollten die Anwesenden nicht mehr mitspielen. Sie wollen Lösungen. Die Lehre aus ‚Stuttgart 21‘ sei: „Das Verhandeln von Schutzzielen und Vorschriften darf nicht mehr in Expertenzirkeln erfolgen. Betroffene müssen eine Stimme haben!“ Die FDP kann dem nur zustimmen.

Lärm macht krank!


Druckversion Druckversion