Betuwe-Linie

Betuwe-Linie - FDP Stellungnahme zur Reaktionszeit in Unglücksfällen

Das Zugunglück in Meerbusch-Osterrath vor drei Tagen mit 50 Verletzten darunter auch Schwerverletzte gibt Anlass zur Sorge. Der Strom der Oberleitung wurde erst nach etwa zwei Stunden abgeschaltet. Danach konnten die Retter überhaupt den Verunglückten zur Hilfe kommen. Eine Zumutung und einer dem heutigen Stand der Technik nicht genügender Anspruch.



Im Rahmen der bereits durchgeführten Planfeststellungsverfahren der Bahn u.a. in Wesel wurde zugesichert: Spätestens nach dreißig Minuten ist der Strom der Oberleitung abgeschaltet und die Bahn zur Stelle. So sieht es eine Vereinbarung zwischen den Ländern und der Bahn vor. Die Realität sieht, wie wir in Meerbusch-Osterrath gesehen haben, anders aus.



Der NRW-Innenminister Herbert Reul ist für die Sicherheit im Lande zuständig. Deswegen gibt es die Ländervereinbarung mit der Bahn. Warum aber kann die Bahn die dreißig Minuten nicht einhalten. An der in den NIederlanden bereits eröffneten Betuwe-Linie kann die Feuerwehr selbstständig die Erdung vornehmen und so den Stromkreislauf unterbrechen. Die Hilfe kann sofort erfolgen. Und warum ist das in Deutschland nicht möglich? Hier wird die Bahn nicht einmal ihren eigenen Ansprüchen gerecht.



Der Innenminister als auch die Bahn müssen sich erklären, wie die zugesicherte Reaktionszeit von 30 Minuten an der Betuwe-Linie eingehalten wird. Zu begrüßen ist die Reaktion vom Landrat Dr. Ansgar Müller und dem zuständigen Koordinator der Betuwe-Anliegergemeinden zwischen Emmerich und Oberhausen, Christoph Gerwers, Bürgermeister in Rees, die sich an den Innenminister gewandt haben. Die Formulierung hätte allerdings deutlicher ausfallen müssen, den die Betroffenen haben ein Recht auf Sicherheit. Aus diesem Grunde werden wir unsere Landtagsfraktion auffordern, eine Anfrage an den Innenminister zu richten.

Quelle: FDP Kreis Wesel
08.12.2017


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