Schule; FDP, Reuther; Bürgerbegehren; Wesel

FDP diskutiert in Wesel über zukünftige Schulpolitik

Wie diese aussehen soll, müsse letztendlich der Schulträger vor Ort – also der Rat – entscheiden, betonte Richter zu Beginn. Er bringe keine fertige Lösung mit, wolle nur informieren.

Genug Schüler für die Oberstufe?
Doch in seinen Ausführungen ließ der Gast durchblicken, dass er die Existenz einer zweiten Gesamtschule ohne Maßnahmen an anderen Schulen anzweifelt und eher auf die von der FDP empfohlene Sekundarschule setzt. „Das wird nicht ohne Auswirkungen auf andere Standorte bleiben“, sagte er mit Blick auf eine neue Gesamtschule.

Eine Beschränkung anderer Schulen will die SPD aber per Ratsbeschluss ausschließen. Welchen Wert die Bestandsgarantie habe, wollte Karen Schneider, Leiterin des Konrad-Duden-Gymnasiums wissen. Immerhin hat die Bezirksregierung im Frühjahr solche Maßnahmen im Falle einer Gesamtschul-Gründung nahegelegt. Richter stellte klar, solange Rahmenbedingungen wie die Mindestgrößen erfüllt werden, gelte der Schulträger-Beschluss. Die Bezirksregierung könne flankierende Maßnahmen bei der Gründung nicht vorschreiben.

Das Problem erwarten die Skeptiker allerdings erst in einigen Jahren, wenn in Wesel fünf Oberstufen um Schüler konkurrieren. AVG-Leiterin Dorothée Brauner und Thomas Moll (WfW) wiesen darauf hin, dass in Wesel eher Plätze für Schüler im Hauptschul-Leistungsspektrum fehlen.

Ludger Hovest zweifelt dagegen nicht den Zahlen. Schon jetzt reichen die Anmeldungen für neun bis zehn Gesamtschul-Klassen, also zwei Schulen. Norbert Segerath (Linke) hat gar nachgezählt, dass in den vergangenen drei Jahren 56 Kinder mit Hauptschul-Empfehlung an der Gesamtschule das Abitur geschafft haben. Kein Problem also für eine weitere Oberstufe? Die Meinungen gingen auseinander, aktuelle Prognosen fehlen noch.

Bestehende Schulen nicht gefährden
Fakt ist: Von der Gründung einer Sekundarschule hatte die Bezirksregierung bereits abgeraten. Daran erinnerte Gesamtschulleiter Dirk Timmermann und Ulrich Gorris (Grüne) wies darauf hin, dass die Sekundarschule gerade in größeren Kommunen nicht funktioniere. Das hänge auch von den Schulformen im Umfeld ab, entgegnete Richter. Der Bedarf müsse zuvor abgefragt werden. Er betonte auch, dass eine Gesamtschule nicht automatisch zur Sekundarschule werde, wenn keine Oberstufe zustande komme — sie müsste aufgelöst werden.

Richter appellierte an die Weseler Politik, keinen Weg zu wählen, der funktionierende Schulen gefährde und bat, möglichst einen Konsens zu finden. Ob der zustande kommt? Bernd Reuther wiederholte erneut die Möglichkeit, notfalls ein Bürgerbegehren gegen eine neue Gesamtschule anzustreben. Damit würde eine Lösung für das kommende Jahr jedoch kaum zu schaffen sein...


Druckversion Druckversion