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Pressemitteilungen vom 13.09.2016:

Ruf nach rundem Tisch gegen die Flut

Wesel. Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten freut sich über Unterstützung der Weseler FDP. Kritik an Westkamp.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich Hermann Norff oft wie der einsame Rufer in der Wüste gefühlt. Vor den Gefahren von Überschwemmungen bei Starkregenfällen hat er gewarnt, weil Büderich und Ginderich durch Bergsenkungen in Trichtern ohne Ablaufstutzen liegen. Mittlerweile hat er zahlreiche Mitstreiter gefunden. Nicht nur die 1000 Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) der Salzbergbaugeschädigten, deren Beisitzer er ist, sondern auch den Weseler FDP-Fraktionschef Bernd Reuther und dessen Vorgänger im Amt, Friedrich Eifert.

Gestern haben sich Norff und der BI-Vorsitzende Wilhelm Fischer mit den beiden Liberalen in Büderich getroffen, um einmal Klartext zu sprechen und öffentlichkeitswirksam einen Arbeitskreis zu fordern, der an einer Lösung des Problems feilen soll. Dabei hielten sich vor allem Norff und Eifert mit Kritik an Bürgermeisterin Ulrike Westkamp nicht zurück.

Die Verwaltungschefin hatte, wie berichtet, während der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses den Antrag gestellt, dass sich Ende des Monats "das geeignete Gremium", letztlich also der Aufsichtsrat der Stadtwerke, mit dem Problem befassen solle. "Die Stadtwerke haben damit doch gar nichts zu tun. Es ist unverantwortlich und ein Armutszeugnis, dass die Bürgermeisterin sich des Problems nicht annehmen will", wettert Eifert. Stattdessen müsse ein runder Tisch her, an dem unter anderem die Verwaltung, die Linksrheinische Entwässerungsgesellschaft, der Salzbergbau-Schadensregulierer Cavity und die Experten von den Stadtwerken sitzen sollten. Und natürlich die BI. Klar, dass die schon eine Lösung parat hat, was passieren müsste, um eine Katastrophe nach einem Jahrhundertregen in Büderich und Ginderich zu vermeiden. "Wir brauchen ein Regenwassersammelbecken im Bereich zwischen dem Salzbergwerk in Borth und dem Bereich Winkeling. Mit speziellen Pumpen müsste von dort das Wasser, das rückwärts aus den Kanälen in das Sammelbecken läuft, unter dem Deich in den Rhein geleitet werden", erklärt Norff.

Wie die FDP, so zeigt sich auch Norff von der Bürgermeisterin enttäuscht. Unter anderem, weil sie in den vergangenen beiden Jahren auf Briefe von ihm im Zusammenhang mit dem Thema "Starkregenfälle" unzureichend oder meist gar reagiert und zu den Versammlungen der BI nur einen Vertreter aus der mittleren Verwaltungshierarchie geschickt habe. Aber auch die CDU in Büderich und vor allem Fraktionschef Jürgen Linz kriegen ihr Fett weg. "Der Jürgen wohnt bei mir um die Ecke", sagt Norff. "Von denen hat keiner richtig zugehört. Aber vielleicht kommen die ja jetzt dahinter, wie bedrohlich die ganze Sache ist."

Dass sich die FDP plötzlich intensiv um die Belange der Bürger im linksrheinischen Teil Wesel kümmert, hat einen ganz besonderen Grund: Als vor einigen Wochen auch in Eiferts Wohnort Blumenkamp Keller durch die heftigen Regenfälle unter Wasser standen, wurde das Thema für ihn plötzlich hochinteressant. Er nahm mit dem für sein Engagement bekannten Norff Kontakt auf. Die beiden trafen sich mehrfach und ließen sich zusätzlich noch vom Technischen Prokuristen der Stadtwerke, Peter Bootz, beraten. Der hatte, wie kürzlich berichtet, ein Gutachten in Auftrag gegeben, das zeigen soll, was passiert, wenn "urbane Sturzfluten" über Büderich und Ginderich niedergehen. "Es käme zu einer Katastrophe", sind sich BI und FDP einig. Und die wolle man verhindern.
Quelle: RP
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